Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass die wegen Mor­des an dem Schau­spie­ler Wal­ter Sedl­mayr ver­ur­teil­ten Täter von Deutsch­land­ra­dio nicht ver­lan­gen kön­nen, es zu unter­las­sen, in dem für Alt­mel­dun­gen vor­ge­se­he­nen Teil des Inter­net­auf­tritts www.dradio.de Mit­schrif­ten nicht mehr aktu­el­ler Rund­funk­bei­trä­ge wei­ter­hin zum Abruf bereit­zu­hal­ten, in denen im Zusam­men­hang mit dem Mord an Wal­ter Sedl­mayr der Name der Ver­ur­teil­ten genannt wird. Zwar lie­ge in dem Bereit­hal­ten der die Klä­ger iden­ti­fi­zie­ren­den Mel­dung zum Abruf im Inter­net ein Ein­griff in deren all­ge­mei­nes Per­sön­lich­keits­recht.

Der Ein­griff sei aber nicht rechts­wid­rig, da im Streit­fall das Schutz­in­ter­es­se der Klä­ger hin­ter dem von der Beklag­ten ver­folg­ten Infor­ma­ti­ons­in­ter­es­se der Öffent­lich­keit und ihrem Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung zurück­zu­tre­ten habe. Die bean­stan­de­te Mel­dung beein­träch­ti­ge das Per­sön­lich­keits­recht der Klä­ger ein­schließ­lich ihres Reso­zia­li­sie­rungs­in­ter­es­ses unter den beson­de­ren Umstän­den des Streit­falls nicht in erheb­li­cher Wei­se (BGH, Urtei­le vom 15.12.2009 – VI ZR 227/08 und VI ZR 228/08).